SaalueSteffeln Oktober 2017

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Denzdisch, Meddisch, Donnischdisch, duusdisch, un Samsdisch

 

Das unglaubliche Heimatvarieté Saalü! am 7. Oktober im Gemeindehaus Steffeln

 

Ob bei Sünnens jeden Tag der Woche ein anderer Tisch für Durstige gedeckt wurde, ist nur eine der Fragen, die das Heimatvarieté Saalü, eine Veranstaltung des Gemeinde- und Städtebundes, die mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und mit Geschichten aus Dorf und Saal im 24. Jahr in Rheinland-Pfalz unterwegs ist, am 7. Oktober im Steffeler Gemeindehaus stellen wird. Das zen-tral zwischen Trier, Koblenz und Köln am Fuße seines Wahrzeichens und in einem ebenso eigenen Palagonit-Tuffring gelegene Steffeln, das neben Landwirtschaft und Dorfmolkerei von der Jagd, der Lavagrube, Backofensteinen und (die Gemeinde) vom Wald lebte, wird vielmehr den ganzen Saalü-Abend lang Thema sein. In dieser Nähe zum Dorf und seinen großartigen Geschichtenerzählern & Akteuren liegt, so Projektleiterin Martina Helffenstein, das Erfolgsgeheimnis des Dauerbrenners Saalü: „in der trotz aller Unkenrufe lebhaften und lebendigen Dorfkultur, die von der Saalü-Truppe liebevoll und kabarettistisch-komödiantisch in Szene gesetzt wird. Das Dorf wird zum Star.“

Dafür schickt Saalü! drei Dorf-Inspektoren: Herr Müller ist Chef der Truppe, weil er das schon immer war, sein Assistänzer Herr Welte ist schlauer, als er laut Statistik sein müsste und die ewige und vorlaute Praktikantin Frau Drops fasst die Welt schon mal im DinA4-Format zusam-men. Die Prüfer vom Ministerium fühlen Steffeln, wo früher im Stern, beim Schlösser-Berg, im Jugendheim und vor allem bei Sünnens die Leute in Fünferreihen vor der Theke tranken und an der Kirmes die Männer ab elf zum Platz frei halten auf dem Saal und schon besoffen waren, wenn die Frauen kamen, mit allen Tricks und Raffinessen des Showbizz auf den Zahn:

Geschichten aus Steffeln, dessen Palagonittuffe schon in den Feuerungsräumen der Barbarather-men und in der konstantinischen Palastbasilika verbaut wurden und wo es bis nach dem Krieg Ver-beter gab, die Feuer zum Stehen brachten und beim Vieh gegen Plaque halfen. Wo die Mitgliedschaft in Vereinen heilige Pflicht sein muss, haben diese doch mehr Mitglieder als Steffeln und Auel zu-sammen Einwohner. Ob es stimmt, dass bei Fußball-Spitzenspielen gegen Auel schon mal Messer im Spiel waren, ob die kampfeslustigen Walleschäma Schläja sich immer rausgehalten haben und ob den Steffelern das Fußfallbeten beim Gewinnen geholfen hat? Wie es kam, dass nach der nicht ganz freiwilligen Zusammenlegung der beiden Dörfer die beiden Wehren und Sportvereine selbstständig blieben, doch ausgerechnet die Fußballer sich zusammen taten und wie man es heute nach Gerol-stein statt Prüm schaffen könnte? Gefragt wird, wer Trinze Wellem, Mertes Pitter, Scholze Marie und der Emerije Mechel waren und wie sie alle hießen, ob man Koppschaloot, oh Koppschaloot tatsächlich essen kann und wo es früher bei Tanzmusik, zu der die ganze Gegend kam, zwei Menüs, nämlich Mett- oder Fleischwürstchen gab. Warum Junggesellen am Scheefsonndisch Jahr für Jahr ein hölzernes Wa-genrad den Steffelberg runter schicken, früher auch noch Glucks unn Hönkele verbrannten und wa-rum deren Eier dann von einem seriösen Ehepaar, dem jüngst verheirateten nämlich, gebraten und von wem dann gegessen wurden? Gefragt wird, wer in den 1960er Jahren nach der letzten Mission im Dorf geboren wurde, warum ein Jagdschein nur bis zum Michelstag - wenn die Geißen bockig werden – gültig war, was das Strüppen am Abend, bevor das Brautpaar en dr Kaaste kött, zu bedeuten hatte, wann die Hillig gesungen und warum Jessesmariaunnjusepp ein Mädchen geschossen bekam, erzählen Lothar Arens, Sonja Blameuser, Karl Harings, Maria Leuschen und Roland Schlösser.

 

Aus Steffeln auf der Saalü!-Bühne steht unter dem Dirigat von Fredi Möller der Musikverein, der Kirchenchor mit Lena Grams am Taktstock weiß nicht nur, wie „Heimat“ geht, Gertrud Bernardy und Elfriede Etten von der Frauengemeinschaft Auel finden „Fröher wor alles ann-isch!“, der Theaterverein macht Bekanntmachungen und die erste Beigeordnete Sonja Blameuser sich ihren Reim auf ihr Dorf. Also Hereinspaziert! Zum Heimatvarieté! Am Samstag 7. Oktober um acht (Einlass eine Stunde vorher) in’s Gemeindehaus! Zur großen, fulminanten Heimat-Gala mit bewährten Künstlern und einzigartigen Premieren. Für das leibliche Wohl ist gesorgt!